• Sandra Hinte

Kommunikation verbessern: Die 10 größten Fehler, an denen Gespräche in deiner Beziehung scheitern


Kommunikation verbessern: Die 10 größten Fehler, an denen Gespräche in Deiner Beziehung scheitern

So verbesserst du die Kommunikation in deiner Beziehung


Kommunikation ist nicht alles in der Beziehung.


Aber vieles.


Sehr vieles.


Kein Wunder also, dass die Frage »Wie gelingt sie?« viel diskutiert und besprochen wird: in Beziehungstipps, in Büchern zu Beziehungsproblemen, in Vorträgen, Podcasts und Blogs zum Thema 'Liebe'.


Auch in meinen Paarberatungen taucht 'Verbesserung unserer Kommunikation' immer unter den Top-3-Zielen auf.


 
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Doch obwohl so viel über das wichtigste Instrument menschlicher Beziehung zu lesen und zu hören ist, geht hier so oft was daneben, und Gespräche enden ohne Lösung, dafür in Streitereien, Verletzungen und Machtkämpfen.


Verständnis? Respekt? Harmonie? Kompromisse? Fehlanzeige!

Warum ist das so?


Der wichtigste Grund ist:


Wir legen zwar viel Wert darauf, dass wir miteinander reden, aber zu wenig darauf, wie wir das tun.


Zudem vergessen wir gerne, dass Kommunikation auf mehreren Ebenen stattfindet, nicht nur auf der des gesprochenen Wortes und des reinen Sachinhalts:


Neben Zahlen, Daten und Fakten transportiert jede Botschaft, die du als Sender – sei es bewusst oder unbewusst, verbal oder non-verbal – an deine/n Partner/in, noch weitere Informationen:


Deine Emotionen und Motive schwingen mit.


Informationen darüber, was du von deiner/m Partner/in hältst und wie ihr zueinander steht.


Appelle, was du von ihr oder ihm erwartest bzw. was du erreichen möchtest.


Kommunikation findet auf 4 Ebenen statt

Immer (wirklich immer!) sind 4 unterschiedliche Ebenen Bestandteil deiner Kommunikation.

Friedemann Schulz von Thun, von dem dieses populäre Kommunikationsmodell stammt, fasst sie so zusammen:

  1. Sachebene

  2. Selbstoffenbarungsebene

  3. Beziehungsebene und

  4. Appellebene


Kommunikation verbessern: Das Schulz von Thun Kommunikationsmodell

Wenn du diese verschiedenen Ohren im Hinterkopf behältst und beachtest, dass Kommunikation nicht erst mit deinen Worten und Sätzen beginnt und ebenso wenig mit ihnen endet, sondern sich beispielsweise auch in Blicken, Gesten und Mimik ausdrückt, wirst du die folgenden Fehler leichter vermeiden können.


Die folgenden Flop 10 begegnen mir privat wie beruflich am häufigsten.


Und natürlich gebe ich dir auch jeweils einen Tipp mit an die Hand, wie du die Fehler verhinderst.


Übrigens: ich selbst tappe am liebsten in die Nr. 9 ... Verdammt ;-) Und du?


Fehler Nr. 1:

Du denkst, man müsse darüber reden


Das allein ist natürlich noch kein Problem. Es kann aber zu einem werden, wenn dein/e Partner/in das anders sieht und sich zu einem bestimmten Thema zum jetzigen Zeitpunkt oder generell nicht austauschen möchte.


Vielleicht ist ihm die Angelegenheit nicht so wichtig oder er befürchtet, dass es nur (wieder) zum Streit in der Beziehung kommt.

Tipp:


Jeder Mensch hat unterschiedliche Strategien und Bedürfnisse, wann und wie man mit einer bestimmten Problematik oder einem Konflikt umgeht. Nicht immer wird der Zeitpunkt für beide passen, und manches Thema möchte einer von beiden womöglich gar nicht besprechen.


Mach dir in solchen Momenten klar:


Wenn sich dein/e Partner/in nicht oder nicht jetzt mit einem Thema auseinandersetzen möchte, heißt das noch lange nicht, dass du und eure Beziehung ihr oder ihm nicht wichtig seid.

Versuche stattdessen, deinem Partner deinen Gesprächswunsch mitzuteilen und frage sie oder ihn, wann ihr darüber sprechen könnt. Vielleicht schaffst du es bis dahin, die Sache zur Seite zu legen.


Allerdings: Lässt sich dein/e Partner/in dauerhaft so gut wie nie auf Konflikt- oder Beziehungsgespräche ein, belastet das die Beziehung schwer, und du darfst dir überlegen, wie glücklich dich diese Verbindung macht.


 
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Fehler Nr. 2:

Du weißt nicht, um was es wirklich geht


Erinnere dich an das 4-Ohren-Modell von oben: Kann es sein, dass es eigentlich um etwas ganz anderes geht als um das, was ihr besprecht?


Tobias z.B. macht vor Mias Eltern einen Scherz über ihr T-Shirt mit der Micky Maus drauf. Mia reagiert gekränkt und beleidigt und wirft ihm auf der Heimfahrt vor, wie unsensibel er sei.


Vordergründig ist Mia sauer auf Tobias, weil der einen schlechten Scherz auf ihre Kosten gemacht hat.


In Wirklichkeit hat die Situation aber einen uralten Trigger von Mia gedrückt: Ihre jüngere Schwester Nicole galt früher immer als die süße, hübsche Prinzessin in der Familie, Mia war eher die graue Maus. Das hat an ihrem Selbstwertgefühl gekratzt, und Tobias Spruch hat Salz in diese alte Wunde gestreut. Für Mia geht es also um mehr als ein T-Shirt und einen flapsigen Scherz. Aber woher soll Tobias das wissen?


Um die Kommunikation zu verbessern, sollte man sich öfter überlegen, um was es gerade wirklich geht

Das Problem besteht also darin, dass euch als Paar oft nicht bewusst ist, um was es eigentlich geht. Dadurch redet ihr – ohne es zu merken – am eigentlichen Thema vorbei, reibt euch an einer Sache auf und kommt nicht voran.


Tipp:


Du, ich, wir alle haben so genannte Trigger, also Schmerz- oder Wutpunkte. Wenn sie gedrückt werden, wird's schnell sehr emotional und oft auch unfair.


Versuche zum Einen, dich selbst offen und ehrlich zu fragen: »Um was genau geht es hier eigentlich?«


Was ist der Kern des Problems oder gar der Kern des Kerns? Was sind die tiefer liegenden Wünsche und Bedürfnisse, die dabei gesehen oder erfüllt werden wollen?

Diese empathische Brille darfst du natürlich auch mit Blick auf deine/n Partner/in aufsetzen: Wo und warum könnte er sich in die Ecke gedrängt, enttäuscht, gekränkt oder frustriert fühlen? Tauscht euch lieber über diese Themen aus – statt über Micky-Maus-Shirts.