• Sandra Hinte

Kleiner Satz, große Wirkung: Wie Du mit diesen 6 Wörtern Streit in der Beziehung vermeidest

Aktualisiert: März 9





Die Ursache von Konflikten und Machtkämpfen


»Es gibt einen Ort jenseits von richtig und falsch. Dort treffen wir uns.«


Dieses Zitat von Rumi gehört zu meinen liebsten.


Es drückt zum Einen aus, warum es in der Kommunikation so oft zu Missverständnissen und Konflikten kommt:


Zu Missverständnissen und Konflikten kommt es immer dann, wenn wir versuchen, unser Gegenüber von unserer Wahrheit zu überzeugen; weil wir denken, dass sie die einzig richtige ist.


Doch die einzig wahre Wahrheit ist: Jede Wahrheit ist immer subjektiv.



Du versuchst also, Deine Partnerin / Deinen Partner von einer objektiven Realität zu überzeugen, die in Wirklichkeit gar nicht existiert, weil sie subjektiv ist.


Wahr oder nicht wahr ist somit nicht die entscheidende Frage. Deshalb lädt Dich Rumi mit seinem Zitat zu einer anderen Perspektive ein:


Wenn es Dir darum geht, verstanden zu werden und selbst zu verstehen, wenn Du Eure Kommunikation verbessern und sie auf Augenhöhe bringen möchtest, dann solltet Ihr Euch an einem Ort jenseits von richtig und falsch treffen.


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Aber wie trefft Ihr Euch an einem solchen Ort jenseits von richtig oder falsch?


Eigentlich ist der wichtigste Schritt schon getan, wenn Du Dir Deiner subjektiven Sicht bewusst bist und das auch so Deiner Partnerin / Deinem Partner gegenüber zum Ausdruck bringst. Dabei können Dir u.a. die 6 kleinen Wörter helfen, die ich Dir weiter unten vorstelle.


Doch lass uns vorher noch kurz eine weitere wichtige Frage klären:


Wie entstehen sie überhaupt, diese subjektiven Wahrheiten?


Wie kommt es zu unterschiedlichen Sichtweisen und damit zum Streit in der Beziehung?


Warum ist es überhaupt so, dass zwei Menschen unterschiedliche Realitäten haben und es zum Streit in der Beziehung kommt, weil sie beide davon überzeugt sind, richtig zu liegen?


Das ist evolutionsbedingt: Dein Gehirn ist ständig damit beschäftigt, Muster, Strukturen, Zusammenhänge und einen Sinn in allem zu finden. Dabei bedient es sich aller ihm zur Verfügung stehender Informationen, die es in der Vergangenheit gesammelt und gespeichert hat.


Was aber passiert, wenn Deinem Gehirn Daten fehlen, um etwas herzuleiten?


Es konstruiert diese Daten einfach, denkt sich Informationen aus, füllt die Lücken auf – Du fängst an zu interpretieren.


Das Problem ist, dass Du bei diesem Schritt auf Erfahrungen und Erlebnisse aus Deiner Vergangenheit zurückgreifst – die allerdings gar nichts mit der aktuellen Situation zu tun haben müssen.


Nehmen wir als Beispiel Petra, die um halb sieben immer noch nicht zu Hause ist, obwohl sie und ihr Mann Sven um 19 Uhr zusammen essen gehen wollten.


Sven erreicht Petra telefonisch nicht, um zu fragen, was los ist. Bislang fehlen Sven also die Informationen zur Ursache, warum Petra noch nicht da ist. Je nachdem, welche Gründe er nun konstruiert, werden sein Gefühl und sein darauffolgendes Verhalten ausfallen, z.B.:


  1. Sven denkt: »Sie hat unser Essen vergessen, weil es ihr nicht wichtig ist.« Gefühl: Enttäuschung. Verhalten: Ignoriert sie beleidigt, als sie nach Hause kommt.

  2. Sven denkt: »Petra hatte einen Unfall.« Gefühl: Angst. Verhalten: Panische Anrufe bei Petras Kollegen und in umliegenden Krankenhäusern.

  3. Sven denkt: »Petras Kollege Sören, der ihr immer schöne Augen macht, hat sie auf ein Glas Rotwein eingeladen.« Gefühl: Eifersucht und Ärger. Verhalten: Wütender Anruf bei Sören.

  4. Sven denkt: »Petras Chef hat ihr noch einen Auftrag auf den Tisch gelegt, und sie hat im Stress vergessen, Sven Bescheid zu geben.« Gefühl: Leichter Ärger. Verhalten: Schickt Petra eine Nachricht mit Augenverdreh-Emoji, fragt, wann sie nach Hause kommt und fängt an zu kochen.



Kommunikation in der Beziehung


Sven füllt also die ihm fehlenden Informationen auf.


Je nachdem, wie die Interpretation ausfällt und wie Petra darauf reagiert, wird sich ihre Kommunikation in eine positive oder negative Richtung entwickeln.


Der best Case


Im besten Fall setzt Sven zwei Dinge um:


  1. Er wählt seine positivste Interpretationsmöglichkeit aus (in unserem Beispiel oben die Nr. 4) – bis sie sich bestätigt oder durch eine andere Realität revidiert wird. Warum sollte Sven das tun? Weil diese Möglichkeit a) mindestens genauso wahrscheinlich ist wie die drei anderen (oder ist sie nicht sogar die naheliegendste!?) und sich noch dazu am besten anfühlt, und weil sie b) die vielversprechendste Basis für eine wertschätzende und wohlwollenden Kommunikation darstellt.

  2. Er macht sich bewusst, dass seine Sichtweise nicht selbstverständlich der Wahrheit entspricht – und bringt das Petra gegenüber auch zum Ausdruck. Doch wie schafft Sven das?


Hier kommt der kleine Trick ins Spiel, der schnell und einfach Eure Kommunikation verbessern kann:


Mit diesem kleinen Satzteil verhinderst Du Streit in der Beziehung


Die Idee dazu stammt von der amerikanischen Sozialforscherin Dr. Brené Brown.


Mit dem folgenden Satzteil bzw. -beginn zeigst Du Deiner Partnerin / Deinem Partner, dass Du Dir Deiner subjektiven Sicht bewusst bist:


»Die Geschichte, die ich dazu erfinde, ist …«


Wie würde sich das nun bei Sven anhören? Beispielsweise so:


»Wir waren verabredet und ich konnte Dich telefonisch nicht erreichen. Die Geschichte, die ich dazu erfinde, ist, dass Dir unser gemeinsames Essen nicht wichtig ist.« Oder auch: »... Die Geschichte, die ich dazu erfinde, ist, dass Du mit Sören was trinken gegangen bist.«



Hört sich erst mal komisch an? Vielleicht. Aber es funktioniert. Probier's einfach aus.


Mit den 6 Wörtern »Die Geschichte, die ich dazu erfinde ...« bringst Du zum Ausdruck, dass Du Dich nicht für den Meister über die einzig wahre Realität hältst.


Was bedeutet das für Petra bzw. Deine Partnerin / Deinen Partner?


Sie oder er fühlt sich weniger angegriffen oder in die Defensive gedrängt und muss sich weniger rechtfertigen oder zurückfeuern.


Stattdessen wird Dir Dein Gegenüber vielleicht ihre / seine Realität und Perspektive aufzeigen ...


Kurzum: Eine Annäherung sowie ein konstruktiver und verständnisvoller Gesprächsverlauf werden sehr viel wahrscheinlicher.


Also: Was wäre, wenn Du neugierig auf die Wahrheit Deiner Partnerin / Deines Partners wärst, statt sie oder ihn nur von Deiner eigenen überzeugen zu wollen?

Herzliche Grüße aus dem blauen Sessel


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