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Kleiner Satz, große Wirkung: Diese 6 Wörter vermeiden Streit in der Beziehung


Kleiner Satz, große Wirkung: Diese 6 Wörter vermeiden Streit in der Beziehung

Kennst du das: Ein falscher Satz – und schon fliegt euch der ganze Abend um die Ohren?


Eins meiner Lieblingszitate stammt von Rumi: „Es gibt einen Ort jenseits von richtig und falsch. Dort treffen wir uns.“


Es drückt zum einen aus, warum es in der Kommunikation so oft zu Missverständnissen, Konflikten und Streit in der Beziehung kommt – nämlich, weil wir versuchen, unser Gegenüber von unserer Wahrheit zu überzeugen; weil wir denken, dass sie die einzig richtige ist.


Doch die einzig wahre Wahrheit ist: Jede Wahrheit ist subjektiv.

Du versuchst also, deinen Partner von einer objektiven Realität zu überzeugen, die in Wirklichkeit gar nicht existiert, weil sie subjektiv ist.


Streit in der Beziehung: Mann und Frau wollen den anderen von der eigenen Wahrheit überzeugen

Wahr oder nicht wahr ist somit nicht die entscheidende Frage.


Wenn es dir darum geht, verstanden zu werden und selbst zu verstehen, wenn du eure Kommunikation verbessern und sie auf Augenhöhe bringen möchtest, dann solltet ihr euch also am besten an dem von Rumi beschriebenen Ort jenseits von richtig und falsch treffen.


Wie trifft man sich an einem solchen Ort jenseits von richtig oder falsch?


Der wichtigste Schritt ist schon getan, wenn du dir deiner subjektiven Sicht bewusst bist und das auch so deinem Partner gegenüber zum Ausdruck bringst (dabei können dir die 6 kleinen Wörter helfen, die ich dir gleich vorstelle).


Doch lass uns vorher noch kurz eine weitere wichtige Frage klären:


Wie kommt es zu unterschiedlichen Sichtweisen – und damit zu zu Streit in der Beziehung?


Warum ist es überhaupt so, dass zwei Menschen unterschiedliche Realitäten haben und es zum Streit in der Beziehung kommt, weil sie beide davon überzeugt sind, richtig zu liegen?


Das ist evolutionsbedingt: Dein Gehirn ist ständig damit beschäftigt, Muster, Strukturen, Zusammenhänge und einen Sinn in allem zu finden. Dabei bedient es sich aller ihm zur Verfügung stehender Informationen, die es seit deiner Zeugung gesammelt und gespeichert hat.


Was aber passiert, wenn deinem Verstand Daten fehlen, um etwas herzuleiten?


Dein Gehirn konstruiert diese Daten einfach, denkt sich Informationen aus, füllt die Lücken auf: du interpretierst.

Das Problem ist, dass du bei diesem Schritt auf Erfahrungen und Erlebnisse aus deiner Vergangenheit zurückgreifst – die allerdings gar nichts mit der aktuellen Situation zu tun haben müssen.


(Wenn du wissen willst, wie es um die aktuelle Situation deiner Beziehung bestellt ist, mach den Beziehungstest und gewinne in wenigen Minuten Klarheit: →Beziehungstest herunterladen)


Nehmen wir als Beispiel Petra, die um halb sieben immer noch nicht zu Hause ist, obwohl sie und ihr Mann Sven um 19 Uhr zusammen essen gehen wollten.


Sven erreicht Petra telefonisch nicht, um zu fragen, was los ist.


Streit in der Beziehung: Mann schaut besorgt auf sein Handy.

Bislang fehlen Sven also die Informationen zur Ursache, warum Petra noch nicht da ist. Je nachdem, welche Gründe er nun konstruiert, werden sein Gefühl und sein darauffolgendes Verhalten ausfallen, z.B.:


  1. Sven denkt: „Sie hat unser Essen vergessen, weil es ihr nicht wichtig ist.“ Gefühl: Enttäuschung. Verhalten: Ignoriert sie beleidigt, als sie nach Hause kommt.

  2. Sven denkt: „Petra hatte einen Unfall.“ Gefühl: Angst. Verhalten: Panische Anrufe bei Petras Kollegen und in umliegenden Krankenhäusern.

  3. Sven denkt: „Petras Kollege Sören, der ihr immer schöne Augen macht, hat sie auf ein Glas Rotwein eingeladen.“ Gefühl: Eifersucht und Ärger. Verhalten: Wütender Anruf bei Sören.

  4. Sven denkt: „Petras Chef hat ihr noch einen Auftrag auf den Tisch gelegt, und sie hat im Stress vergessen, mir Bescheid zu geben.“ Gefühl: Leichter Ärger. Verhalten: Schickt Petra eine Nachricht mit Augenverdreh-Emoji, fragt, wann sie nach Hause kommt und fängt an zu kochen.

Sven füllt die ihm fehlenden Informatione also auf der Grundlage von Hypothesen und Interpretationen auf.

Je nachdem, wie die Interpretation ausfällt und wie Petra darauf reagiert, wird sich ihre Kommunikation in eine positive oder negative Richtung entwickeln.

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Der best Case, um Streit in der Beziehung zu vermeiden


Im besten Fall setzt Sven bei seiner Interpretation zwei Dinge um:


  1. Er wählt eine positive Interpretationsmöglichkeit aus (in unserer Beispielliste oben die Nr. 4) – bis sie sich bestätigt oder durch eine andere Realität revidiert wird. Warum sollte Sven das tun? Weil diese Möglichkeit a) mindestens genauso wahrscheinlich ist wie die drei anderen (oder ist sie nicht sogar die naheliegendste!?) und sich noch dazu am besten anfühlt, und weil sie b) die vielversprechendste Basis für eine wertschätzende und wohlwollende Kommunikation darstellt.

  2. Er macht sich bewusst, dass seine Sichtweise nicht automatisch der Wahrheit entspricht – und bringt das Petra gegenüber auch zum Ausdruck. Doch wie schafft Sven das?


Hier kommt der kleine Trick ins Spiel, der schnell und einfach eure Kommunikation verbessern kann.


Mit diesem kleinen Satzteil verhinderst du Streit in der Beziehung


Die Idee dazu stammt von der amerikanischen Sozialforscherin Dr. Brené Brown.


Mit dem folgenden Satzteil bzw. -beginn zeigst du deinem Partner, dass du dir deiner subjektiven Sicht bewusst bist:


„Die Geschichte, die ich dazu erfinde, ist …“


Wie würde sich das nun bei Sven anhören? Beispielsweise so:


„Wir waren verabredet und ich konnte dich telefonisch nicht erreichen. Die Geschichte, die ich dazu erfinde, ist, dass dir unser gemeinsames Essen nicht wichtig ist.“ Oder auch: „... Die Geschichte, die ich dazu erfinde, ist, dass du mit Sören was trinken gegangen bist.“


Hört sich erst mal komisch an? Vielleicht. Aber es funktioniert. Probier's einfach aus.


Mit den 6 Wörtern „Die Geschichte, die ich dazu erfinde ...“ bringst du zum Ausdruck, dass du dich nicht für den Meister über die einzig wahre Realität hältst.

Was bedeutet das für Petra bzw. deinen Partner?


Sie oder er fühlt sich weniger angegriffen oder in die Defensive gedrängt und muss sich weniger rechtfertigen oder zurückfeuern.


Stattdessen wird dir dein Gegenüber vielleicht ihre oder seine Realität und Perspektive aufzeigen ...


Eine Annäherung sowie ein konstruktiver und verständnisvoller Gesprächsverlauf werden so sehr viel wahrscheinlicher. Also:


Was wäre, wenn du neugierig auf die Wahrheit deines Partners wärst, statt sie oder ihn nur von deiner eigenen überzeugen zu wollen?

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Häufige Fragen zum Thema 'Sreit in der Beziehung vermeiden'


Die 6 Wörter lauten: „Die Geschichte, die ich dazu erfinde …" Die Formulierung stammt von der amerikanischen Sozialforscherin Dr. Brené Brown. Mit diesem Satzbeginn machst du deinem Partner klar, dass du deine Sicht als das benennst, was sie ist – eine Interpretation, nicht die Wahrheit. Genau das nimmt dem Moment die Schärfe, bevor er zum Streit wird.

Dein Partner fühlt sich weniger angegriffen und muss sich nicht rechtfertigen oder zurückfeuern. Statt in die Defensive zu gehen, zeigt er dir eher, wie die Situation aus seiner Sicht wirklich war. Aus einem Schlagabtausch wird ein Gespräch – und die Chance auf Annäherung steigt deutlich.

Ein Beispiel: Dein Partner ist zu spät und war nicht erreichbar. Statt mit einem Vorwurf zu starten, sagst du: Wir waren verabredet und ich konnte dich nicht erreichen. Die Geschichte, die ich dazu erfinde, ist, dass dir unser Abend nicht wichtig ist." Du sprichst deine Interpretation aus, ohne sie als Fakt zu setzen. Klingt erst mal ungewohnt – funktioniert aber.

Das ist evolutionsbedingt: Dein Gehirn sucht ständig nach Mustern und Zusammenhängen. Fehlen ihm Informationen, füllt es die Lücken selbst – du interpretierst. Dabei greift es auf alte Erfahrungen zurück, die mit der aktuellen Situation oft nichts zu tun haben. So entstehen zwei völlig verschiedene ‚Wahrheiten' – und der Streit ist vorprogrammiert.

Der Satz stammt von Rumi: „Es gibt einen Ort jenseits von richtig und falsch. Dort treffen wir uns." Streit entsteht, wenn ihr beide darum kämpft, wer recht hat. An diesem Ort geht es nicht mehr um richtig oder falsch, sondern ums Verstehen. Wer da hinkommt, muss nicht mehr gewinnen – und genau das beendet die meisten Machtkämpfe.

Stell dir vor: Dein Partner kommt zu spät und ist nicht erreichbar. Dein Kopf liefert sofort Erklärungen – er hat's vergessen, ihm ist es egal, er ist bei jemand anderem. Je nachdem, welche Geschichte du glaubst, fühlst du Enttäuschung, Angst oder Eifersucht – und reagierst entsprechend. Nicht die Situation löst den Streit aus, sondern deine Deutung von ihr.

Überzeugen heißt: Ich will, dass du meine Sicht übernimmst – da sind Gewinner und Verlierer schon angelegt. Verstehen heißt: Ich bin neugierig, wie es sich für dich verhält. Streit in der Beziehung entsteht fast immer beim Überzeugen, weil beide ihre Wahrheit verteidigen. Sobald einer auf Verstehen umschaltet, kippt das Gespräch – weg vom Kampf, hin zur Annäherung.


 
 
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