• Sandra Hinte

Hilfe! Ich hör nur noch 'Narzissten' und 'Empathen'! Steckst Du in einer toxischen Beziehung?

Aktualisiert: Feb 24


​Es ist immer wieder faszinierend, wie alle paar Jahre eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, und welch skurrile Formen, Ausmaße und Dynamiken bestimmte Phänomene innerhalb kürzester Zeit entwickeln.


ADS, ADHS, Burnout, Asperger, hochbegabt, hochsensibel ... Jetzt überschwemmen seit einigen Monaten Narzissten und Empathen nicht nur das Netz und die Medien, sondern gefühlt auch 90 % aller Beziehungen, die dann als toxisch bezeichnet werden.



Gibt es immer mehr toxische Beziehungen?


Die Nachrichten von Menschen, die mir ihre Beziehungsgeschichte erzählen und besorgt nachfragen, ob ihr Partner ein Narzisst sei, häufen sich.


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Da ich a) ausgebildeter Coach und keine Therapeutin bin und somit keine psychiatrischen Diagnosen stelle, und b) weil es eh meistens die Partnerinnen und Partner der Betroffenen sind, die sich Hilfe suchen, kann ich lediglich Tendenzen aufzeigen.


Nach meiner anfänglichen Skepsis aber, ob es sich bei dieser Thematik nicht mal wieder nur um ein sozial-mediales Strohfeuer handelt, bin ich mittlerweile zu der Überzeugung gelangt: die Anzahl toxischer Beziehungen und der Anteil narzisstisch geprägter Frauen und Männer hat zugenommen. Oder zumindest wird jetzt mehr darüber gesprochen. Und das ist gut so.


Es ist wichtig, sich mit den Phänomen 'Narzissmus' und 'toxische Beziehung' auseinanderzusetzen und das Wissen darüber zu verbreiten. Doch es gibt einen Punkt, ab dem hilft Dir das allein nicht weiter ...


Aber fangen wir vorne an:



Narzissmus - was ist das überhaupt?


Die Betroffenen dieser Persönlichkeitsstörung weisen eine Reihe von typischen Merkmalen auf. Dabei macht ein Anzeichen allein noch keinen Narzissten aus, andererseits müssen auf einen Narzissten nicht zwangsläufig alle Faktoren zutreffen.


Wenn Du in einem Großteil der folgenden Punkte Deine Partnerin / Deinen Partner wiedererkennst, leidet sie / er wahrscheinlich tatsächlich unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS), auch wenn man davon ausgeht, dass weniger als ein Prozent der Bevölkerung von dieser krankhaften Ausprägung betroffen sind.


Doch glasklar diagnostiziert oder nicht, verdeckt oder offen narzisstisch: je mehr dieser Punkte zutreffen, desto lauter sollten Deine Alarmglocken schrillen – Achtung: toxisch!


9 Merkmale eines Narzissten

(Der Einfachheit halber nutze ich im Folgenden nur die männliche Form)

1. Lovebombing und Idealisierung am Anfang


Er überschüttet Dich in der ersten Verliebtheitsphase oder – falls Ihr eine On-Off-Beziehung führt – zu Beginn jedes On's mit Liebesschwüren, Komplimenten, Aufmerksamkeiten und reizvollen Zukunftsversprechen (Future Faking). Dies ist die sogenannte Idealisierungs- oder Honeymoon-Phase, in der der Narzisst intensivstes Lovebombing betreibt und Dich damit um den Finger wickelt.

2. Neid und Projektion in der Abwertungsphase


Sobald er Dich sicher am Haken hat, beginnt die Abwertungsphase: Du wirst immer häufiger und auf z.T. subtilste Art und Weise auf Deine vermeintlichen Fehler und Makel hingewiesen, und der Narzisst reitet offen oder versteckt darauf herum. Das können übrigens dieselben Eigenschaften sein, für die er anfangs geschwärmt hat – diese lösen nämlich gleichzeitig seinen Neid aus. Zudem wirst Du irgendwann feststellen, dass die allermeisten seiner Kritikpunkte viel eher auf ihn selbst als auf Dich zutreffen (Projektion) – was er natürlich vehement abstreitet.


3. Manipulation


Um Dich zu verunsichern bedient er sich diverser Manipulationstechniken, beispielsweise des sogenannten Gaslightings: Er lügt vorsätzlich und verdreht Fakten und Aussagen so geschickt, dass Du irgendwann Deiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr traust (z.B. »Das habe ich nie gesagt!« oder »Nein, wir waren damals im Lamm essen und nicht im Hirschen!«).


4. Isolation von Freunden und Familie


Eine weitere Form der Manipulation besteht darin, Dich von Deinem Umfeld zu isolieren: Menschen, die Dir wichtig sind, werden schlecht gemacht, oder es werden ihnen böse Absichten unterstellt (z.B.: »Der nutzt dich doch nur aus!«). Irgendwann fängst Du an, dem Narzissten zu glauben, wirst misstrauisch oder ziehst Dich gar von Familie und Freunden zurück. Apropos Freunde: Narzissten sind nicht in der Lage, tiefe, dauerhafte und echte Freundschaften auf Augenhöhe zu führen. Dementsprechend wirst Du in seinem Umfeld maximal auf lose, unverbindliche und oberflächliche Bekanntschaften oder 'Gefolgsleute' – die sogenannten Flying Monkeys – stoßen.


5. Kritikunfähigkeit

Narzissten fürchten nichts mehr als die Konfrontation mit der eigenen Schwäche und deren Aufdeckung z.B. in Form von Kritik, denn das könnte das gesamte Kartenhaus zum Einsturz bringen und ihn weniger bewundernswert machen. Das gilt es um jeden Preis zu verhindern. Auf Gegenwind reagieren sie daher mit Tatsachenverdrehungen, Schuldumkehr und Projektionen.


Aus Gespräche mit einem Narzissten geht man generell oft verwirrt bzw. kann den Sinn und Inhalt der Kommunikation nicht richtig fassen – viel Blabla, wenig Substanz.


6. Fehlende Empathie

Schmerzhafte Gefühle haben Narzissten irgendwann von sich selbst abgespalten. Und wer keine Verbindung zu den eigenen Emotionen hat, der kann sie auch nicht bei anderen wahrnehmen. Das begründet ihren Mangel an wahrhaftiger Empathie. Narzissten können auf den ersten Blick empathisch wirken, doch Du wirst oft denken: »Irgendetwas stimmt hier nicht«.


Vertraue diesem Gefühl, denn es weist Dich darauf hin, dass sich der Narzisst lediglich bei anderen abgeschaut hat, wie man in dieser oder jener Situation reagieren sollte – es handelt sich also um eine erlernte, aufgesetzte und kalte Empathie.



7. Kontrolle und Macht


Narzissten sind meistens Kontrollfreaks (das kann bis hin zu Stalking-Allüren reichen), und auch Macht ist für sie von elementarer Bedeutung. Beides üben sie mit diversen Manipulationsstrategien aus.

Der narzisstische Kontrollwahn äußert sich z.B. in perfiden 'Ich-mach-dich-groß-ich-mach-dich-klein-Spielen': Der Narzisst hält seinen Daumen drauf, wenn es um das Größenverhältnis zwischen Euch geht und wird mit allen Mitteln verhindern, dass Du mit ihm gleichauf, geschweige denn ihm überlegen bist.

Ebenso muss er das Maß von Nähe und Distanz permanent im Griff haben (Komm-her-geh-weg-Spiele): Nähe macht dem Narzissten Angst, weil sie verletzlich macht, daher legt er großen Wert darauf, nicht zu viel davon zuzulassen. Nicht umsonst führen Narzissten häufig Fern- oder On-Off-Beziehungen. Ist eine Beziehung jedoch endgültig beendet, schaltet der Narzisst gerne den Turbo ein, um sich ein neues Opfer zu suchen (wenn er nicht schon währenddessen zweigleisig gefahren ist) – schließlich ist der Narzisst auf Energiezufuhr und Bewunderung von außen angewiesen, sie ist sein Treibstoff. Daher wird so schnell wie möglich die sogenannte 'Next' aufgebaut, und der narzisstische Kreislauf (Idealisieren – Abwerten – Wegwerfen) beginnt aufs Neue. Hier zeigt sich das ganze traurige Ausmaß des Narzisstendaseins: einerseits ist er aufgrund der eigenen inneren Leere auf äußere Quellen der Lebenskraft und -freude sowie Anerkennung angewiesen, gleichzeitig aber kann er diese Quellen nicht dauerhaft in seiner Nähe ertragen.


8. Schuld und Schuldumkehr


Wie erwähnt: Eigene Schwäche zu erkennen geschweige denn zuzugeben, ist Gift für den Narzissten. Es überrascht daher nicht, dass die Schuld an Beziehungsproblemen immer in Deinem Schuh landet: Du bist zu empfindlich! Du hast da was ganz falsch verstanden! Du hast zu hohe Erwartungen! Du bist undankbar! Dementsprechend wirst Du auf eine ehrliche – also nicht-manipulative – Entschuldigung oder die ernst gemeinte Übernahme von Verantwortung vergeblich warten. Lieber projiziert er eigene Makel und Fehler wieder auf Dich.


9. Entzug der Aufmerksamkeit


Nach einem Streit (den Narzissten völlig unerwartet und wie aus dem Nichts aus dem Boden stampfen können), an dem wie gesagt immer Du Schuld bist, zieht er sich – auch mal über Tage oder Wochen – komplett zurück, ignoriert Dich oder / und entzieht Dir seine Zuwendung.


Dieses Muster nennt man Silent Treatment bzw. Ghosting. Wenn er danach wieder auftaucht, ist es möglich, dass er sich allen Fakten zum Trotz als Helden darstellt: wer ist schließlich auf wen zugekommen, obwohl Du es doch verbockt hast!?


Auch dieses Muster läuft so subtil ab, dass Du Dich irgendwann tatsächlich selbst schuldig fühlst.



Hast Du es mit einem Narzissten zu tun?


Allerdings: narzisstische Anteile stecken in jedem von uns. Das ist wie mit Herpesviren – jeder trägt sie in sich, nicht bei jedem brechen sie in Form von schmerzhaften Lippenbläschen aus (okay, der Vergleich hinkt etwas, aber Du weißt, was ich meine).


Daher wirst Du die beschriebenen Merkmale in unterschiedlicher Intensität und Kombination bei vielen Männern und Frauen erkennen. Gemein ist ist ihnen, dass sie auf ein schwaches Selbstwertgefühl hinweisen.



Beziehungsprobleme als Ausdruck mangelnden Selbstwertgefühls


Auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht sind alle zwischenmenschlichen Probleme Folgen eines mangelnden Selbstwertgefühls. Denn wer ein großes 'Selbstwertloch' in sich spürt, reagiert darauf – zumeist unbewusst – mit einem dieser zwei Verhaltensmuster:

1. Die einen machen sich selbst schlecht und klein und bestätigen damit ihre empfundene Minderwertigkeit immer wieder aufs Neue

  • Sie gehen hart mit sich ins Gericht, werfen sich jeden noch so kleinen Fehler vor, geben sich für alles, was schief läuft, die Schuld und bitten dafür um Verzeihung.

  • Sie äußern keine Bedürfnisse geschweige denn dass sie Forderungen stellen würden. Darauf haben sie in ihren Augen keinen Anspruch.

  • Sie beziehen jede negative Gemütsregung des Partners auf sich und fühlen sich dazu berufen, diese auszubalancieren.

  • Auch die kleinste Kritik empfinden sie als Beweis dafür, nicht gut genug zu sein, und strengen sich dementsprechend noch mehr an, es allen recht zu machen und zu gefallen.

  • Aus Angst, den Partner zu verlieren, neigen sie zum Klammern; schließlich kann man froh sein, dass einen überhaupt jemand will.

2. Die anderen machen Außenstehende schlecht und klein, um das eigene Minderwertigkeitsgefühl zu kompensieren und sich selbst größer zu fühlen:

  • Sie kritisieren andere und den Partner, gönnen ihnen weder Erfolg noch Zufriedenheit und richten den Fokus auf vermeintliche Makel und Schwächen.

  • Sie sind schnell neidisch und lästern gerne.

  • Etwas klappt nicht, wie sie es sich vorgestellt haben, oder es geht ihnen schlecht? Schuld sind der Mann, die Mutter, der Kollege, die Nachbarin oder die Umstände.

  • Fehler eingestehen und sich entschuldigen fällt ihnen schwer, da es in ihren Augen ein Zeichen von Schwäche ist.

  • Sie sind darauf bedacht, nicht zu viel Nähe zuzulassen, denn Nähe macht verletzlich und Unzulänglichkeiten sichtbar.

Zusammengefasst: Entweder richten sich Wut und Enttäuschung über das eigene Minderwertigkeitsgefühl nach innen oder nach außen. Das Grundthema ist aber immer das selbe.



Das Schlüssel-Schloss-Prinzip


Kommen in einer Beziehung ein Mensch aus Gruppe 1 und einer aus Gruppe 2 zusammen, scheint das Ganze vorerst zu matchen. Im Laufe der Zeit aber entsteht hier vor allem für Partner aus der ersten Gruppe eine schmerzhafte Dynamik. Und spätestens wenn dieser beschließt, das Spiel nicht mehr mitzuspielen, passen die Puzzleteile nicht mehr.


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Puh, ich bin ein Empath


Doch nicht jeder, der zur zweiten Gruppe gehört und andere klein macht, ist ein krankhafter Narzisst.


Noch befremdlicher kommt die neuerdings gern verwendete Bezeichnung der Opfer von Narzissten daher:


Die 'Empathen'.


What? Empath? Wenn es nicht um so ein ernstes Thema ginge, wär es fast amüsant. Was soll das sein, ein Empath?


Ich kann den Flohwalzer auf dem Klavier spielen – bin ich eine Pianistin? Ich geh gern ins Kino – bin ich eine Cineastin? Ich bin gesellig – bin ich eine Gesellin (öhm, ne, Moment mal)? Wer also verdient den Titel 'Empath'? Jeder psychisch annähernd gesunde Mensch verfügt über ein gewisses Maß an Empathie. Auf einer Skala von 1 bis 100: ab wann gilt man als Empath? Schon ab Wert 5? Oder erst ab 92,8? Nebenbei: Der Duden kennt den Begriff "Empath" nicht.


Ein Stempel hat auf den ersten Blick etwas Entlastendes


'Empath' ist zu einer Art Gütesiegel geworden, so was wie ein Orden: Feinfühlig, verständnisvoll, einfach herzensgut. Das ist doch mal eine feine Sache. Und: Puh, man selbst ist nicht der Übeltäter oder Schuldige. Nein, man ist das Opfer. Und genau hier können die Probleme anfangen.


Lass mich eines klar stellen: Wenn Du mit einem Narzissten zusammen bist, dann bist Du mit hoher Wahrscheinlichkeit Opfer emotionalen Missbrauchs geworden, und der andere ist der Täter. Punkt.


Doch selbst dann bist nur Du es, der dieser Tortur ein Ende setzen kann – nur Du kannst Dich aus einer Beziehung lösen, die Gift für Dich ist.


Diagnosen und Schemata nehmen Dir weder die Verantwortung für Deine Zukunft ab noch die Notwendigkeit, Entscheidungen zu treffen und ins Tun zu kommen.


Wenn Du Stillstand durch Begriffsschubladen und Pauschalisierungen rechtfertigst, geht der Schuss langfristig nach hinten los.

Verantwortung übernehmen statt Etikettieren


Ich maße mir nicht an, darüber zu urteilen, ob es ADS mit oder ohne H gibt (auch wenn Leon Eisenberg, der amerikanische Psychiater und 'Entdecker' dieses psychiatrischen Krankheitsbilds, kurz vor seinem Tod konstatierte, dass er es frei erfunden habe). Doch ich erinnere mich an Elternabende während der Grundschulzeit meiner Kinder, an deren Ende Eltern ein entsprechendes Attest über das Lehrerpult schoben mit der Erwartung, dass dies eine Art Freibrief sein müsse für jedes noch so extreme Verhalten des Kindes oder ein Löschpapier für schlechte Noten. Da kann man nix machen – ist halt ADHS.

Noch besorgniserregender an den Folgen dieses Hypes sind die Selbstverständlichkeit, mit der viele Kinder durch Ritalin ruhig gestellt und 'auf die Spur gebracht' werden, und dass Hirndopings unter Studenten keine Seltenheit mehr sind.

Ein relativ neuer Trend lautet 'Hochsensibilität'. Zu diesem Phänomen, zu dem es übrigens keine ernst zu nehmende wissenschaftliche Untermauerung gibt, schreibt Sibylle Berg in einem Spiegel-Artikel: »Ups, denkt er, wenn er beim Klang des Martinshorns erschreckt, holla denkt er, wenn ihn die Stimmung seines Gegenübers beeinflusst, warum bin ich so verwirrt? Ah, richtig. Ich bin hochsensibel.«

Irgendwie scheint Normalität out zu sein, und so macht man sich auf die Suche nach 'Spezial-Etiketten'. Doch wenn wir uns hinter diesen verschanzen und sie uns daran hindern, Verantwortung zu übernehmen, werden sie zum Hemmschuh.

Was heißt das nun für Dich, wenn Du in einer Beziehung mit einem Menschen steckst, der Dir nicht gut tut – und zwar unabhängig davon, ob sie / er ein waschechter Narzisst ist oder / und Du ein so genannter Empath bist?


Es bedeutet, dass allein Du dafür Sorge trägst,

  • welche Entscheidungen Du triffst und wie Du handelst – z.B. ob Du besser gehen oder bleiben solltest.

  • ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was es mit Dir zu tun hat, dass Du an diesem Punkt und in dieser Beziehung stehst

  • Dich darum zu kümmern, dass Dir das nicht weiterhin oder wieder passiert

  • zu erkennen, warum Du an einer schädlichen Verbindung festhältst und es nicht schaffst, Dich daraus zu lösen


​​Können wir uns nicht mit der Erkenntnis begnügen, dass wir alle unterschiedlich sind?


Versteh mich nicht falsch: Natürlich ist es wichtig, ein Krankheitsbild zu diagnostizieren und wenn nötig auch entsprechend zu behandeln (was bei einem Narzissten allerdings fast ausgeschlossen ist, da dieser nicht zur Therapie geht – jedenfalls nicht wegen seiner NPS, sondern höchstens wegen anderer Beschwerden wie einer Depression oder eines Burnouts).


Aber brauchen wir für alles einen Stempel? Können wir uns nicht auch mal damit begnügen, dass es sensible und weniger sensible, witzige und weniger witzige, ehrliche und weniger ehrliche, hilfsbereite und weniger hilfsbereite, disziplinierte und weniger disziplinierte, ehrgeizige und weniger ehrgeizige, eher aktive und eher passive, geduldige und weniger geduldige, eher mutige und eher feige und was-Dir-sonst-noch-für-Charaktereigenschaften-einfallen Menschen gibt? Und dass Leute diese Merkmale in millionenfach unterschiedlichen Kombinationen und Ausprägungen aufzeigen?


Steckst Du in einer toxischen Beziehung?


Doch zurück zu unseren Narzissten und Empathen:


Die Beziehung zwischen ihnen wird in der Fachwelt als toxisch bezeichnet. Und das beschreibt diese Verbindung treffend. Aber ganz ehrlich:


Sobald Du eine Beziehung führst, in der Du leidest, in der Du mehr Schmerz als Freude erfährst, in der Du regelmäßig Angst hast oder ständig traurig bist, in der Du gegen Deine Bedürfnisse und Werte lebst, in der Du Dich verbiegen oder alles alleine wuppen musst, damit's irgendwie läuft ...


In dem Moment ist diese Beziehung Gift für Dich, also toxisch.


Nun kannst Du alle Energie darauf verwenden, herauszufinden, ob Deine Partnerin / Dein Partner Narzisst ist oder nicht.


Du kannst Deine Kräfte aber auch dafür einsetzen, Dir Deine Krone aufzusetzen, kritisch zu überprüfen, ob und warum Du diese ungesunde Verbindung lebst, und Dir Schritte und Möglichkeiten überlegen und umsetzen, wie Du sie entweder 'sanierst' oder, falls das nicht möglich ist, beendest.



Besinne Dich auf Dich, Deine Stärke und Deine Möglichkeiten


Warum lassen wir die Kirche nicht im Dorf, hören damit auf, Menschen und Sachverhalte in Schubladen zu stopfen, und besinnen uns stattdessen auf unsere Möglichkeiten, selbstbewusst zu werden, uns gut um uns zu kümmern und von Leuten Abstand zu halten oder sie aus unserem Leben zu verbannen, die uns eindeutig nicht gut tun und permanent runterziehen?


Allerdings darf nicht geleugnet werden, dass sich die Trennung von einem Narzissten als sehr herausfordernd erweist: Durch die extremen Heiß-Kalt- bzw. Zuckerbrot-und-Peitsche-Wechsel bist Du höchstwahrscheinlich in eine emotionale Abhängigkeit geraten.


Noch dazu empfindet der Narzisst Deine Abwendung von ihm als Kränkung ersten Grades und wird vieles versuchen, um sie zu verhindern, Dich immer wieder zurückzuerobern (Hoovering) oder es Dir ordentlich heimzuzahlen (z.B. indem er anderen gegenüber schlecht über Dich redet).


Such Dir in diesem Fall bitte unbedingt Unterstützung, und zwar bei seriösen, professionellen Fachleuten und nicht bei Trittbrettfahrern, die gerade wie Pilze aus dem Boden schießen.

Herzliche Grüße aus dem Blauen Sessel

P.S.: Du hast Dich bereits aus Deiner toxischen Beziehung befreit, möchtest die negativen Verstrickungen zu Deinem Ex-Narzissten aber auch innerlich endgültig kappen? In diesem YouTube-Video zeige ich Dir eine einfache Methode, die Dich dabei wirkungsvoll unterstützt: 👉Zum Video 'Negative Menschen: Wie Du Dich innerhalb von 10 Minuten von ihnen löst (Strichmännchen-Technik)'

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