• Sandra Hinte

Gehen oder bleiben: Die bittere Wahrheit über diesen einen typischen Ratschlag, den Dir alle geben

Aktualisiert: Juli 22



Gehen oder bleiben? Sich trennen oder nicht?


Die Suche nach einer Antwort kann Dich tage-, wochen-, monate-, manchmal gar jahrelang umtreiben.


Du wälzt Gedanken und Bücher, googelst, beackerst Pro- und Contralisten aus dem Internet und kaust mit engsten Vertrauten immer wieder alle Fürs und Widers durch.


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Die Frage aller Fragen


Als ich selbst vor dieser Entscheidung stand, bekam ich regelmäßig eine zweifellos gut gemeinte Frage gestellt, von der viele denken, sie sei die allerwichtigste in diesem Entscheidungsdschungel, sozusagen die Frage aller Fragen.


Wenn Du selbst schon mal an einem Wegekreuz in Deiner Partnerschaft standst oder vielleicht gerade dort stehst und Dich fragst »Trennung ja oder nein?«, bin ich sicher, auch Dir kommt sie bekannt vor:



»Liebst Du sie / ihn noch?«


Na klar, eigentlich naheliegend: Wenn ja: dann bleib! Wenn nein: dann geh! Alternativ fällt der Ratschlag »Hör auf Dein Herz!« oder »Dein Bauch kennt die Antwort!«.


Also ich weiß ja nicht, wie es Dir geht, aber bei mir war da damals einfach nur ein riesiges diffuses Wirrwarr – und zwar sowohl im Herzen als auch im Kopf. Im Hirn wirbelten meine Gedanken durcheinander und im Bauch meine Gefühle.


Da gab es vieles, aber kein eindeutiges Ja oder Nein. Überall das reinste Chaos.



Nutzen = 0


Ganz ehrlich? Die Frage »Liebst Du Deinen Partner noch?« bringt Dich keinen Meter weiter. Warum?


Dass die Liebe ein wunderschönes, warmes Gefühl ist, da sind wir uns einig. Doch wenn wir genauer hinschauen, müssen wir uns eingestehen: Auch die Liebe schafft nicht alles.



Was die Liebe nicht kann


Liebe allein löst keine Probleme (jedenfalls nicht ohne Dein Zutun), sie nimmt Dir nicht die Herausforderung eines verständnis- und respektvollen Umgangs ab oder die Notwendigkeit, Eure Kommunikation zu verbessern.


Sie allein reicht nicht, um Streit in der Beziehung zu vermeiden, sie garantiert weder, dass Ihr als Paar zusammenpasst noch dass es ausreichend große Schnittmengen gibt, um Seite an Seite durchs Leben zu gehen.


All das vermag die Liebe allein nicht, sondern dafür tragt Ihr beide die Verantwortung, bzw. es muss jeder für sich entscheiden, ob die Basis breit und stabil genug ist, um den anderen nicht nur zu lieben, sondern auch, um eine Partnerschaft mit ihm zu leben.


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​​Die Liebe ist kein Allheilmittel


Was soll beispielsweise Luisa machen, die überzeugt davon ist, dass sie Jan liebt? Und trotzdem steht sie mal wieder verzweifelt heulend vor der Tür ihrer besten Freundin, weil Jan sie wie so oft in einem Wutanfall mit Schimpfwörtern bombardiert hat.


Wie soll sich Roland verhalten, für den seine Frau immer noch die Liebe seines Lebens ist, die ihn aber regelmäßig belügt und heimlich mit ihrem Kollegen schläft?


Sollte allein die Liebe, die Luisa und Roland für ihre Partner empfinden, darüber entscheiden, ob sie die Beziehung weiterführen?

Was kann Elke tun, die ihrer Schwester erzählt, dass sie Hannes eigentlich nicht mehr liebt, aber sie hätten sich so viel miteinander aufgebaut, und dann sind da ja auch noch die Kinder!


Welche Richtung sollte Karl einschlagen, der zwar meint, irgendwie sei die Luft raus zwischen Britta und ihm, aber eigentlich läuft's ganz o.k., man verstehe sich, streite kaum … Aber Liebe? Nein … Und anziehend fände er Britta schon lange nicht mehr.


Gründe genug für Elke und Karl, ihre Beziehungen zu beenden?


Zuneigung kann vergehen ... und sich (wieder) entwickeln


Ein weiterer Grund, warum die Frage »Liebst Du sie / ihn noch?« wenig förderlich ist: Liebe – oder besser ihre bewusste Empfindung – ist keine geradlinige Angelegenheit, sondern verläuft in Wellen.


Ich hab’s oft genug erlebt (sowohl in meiner eigenen Geschichte als auch im persönlichen Umfeld und bei Kunden):


Es gibt Tage und Phasen, da denkt man, sie ist futsch, die Liebe.


Und dann passiert irgendetwas Positives, z.B. hat man einen Streit in der Beziehung aus dem Weg geräumt, es hat ein tiefes, versöhnliches Gespräch stattgefunden, man hat zusammen ein tolles Erlebnis genossen ... und zack, plötzlich ist es wieder da, das Gefühl der Zuneigung und Verbundenheit. Es klopft an die Tür wie ein guter alter Freund, den man lange nicht gesehen hat.


Liebe kann also vergehen, aber sie kann sich auch wieder entwickeln.


Sie schwingt zwischen verschiedenen Polen der Intensität hin und her.


Wie soll man nun an einem einzigen Punkt auf dieser Kurve eine so tiefgreifende Entscheidung fällen?



Das Gehen-oder-bleiben-Gras wächst nicht schneller, wenn Du daran ziehst


Wenn also selbst die Liebe nicht darüber entscheidet, ob Du gehen oder bleiben solltest was dann?


Willkommen auf dem harten Boden der Realität: es gibt keine allgemein gültige Antwort auf die Frage Trennung ja oder nein?


Ja, ich weiß, Du würdest gerne etwas anderes hören. Aber es ist so. Und weil es so ist, steht am Anfang erst mal die Annahme der Tatsache, dass es nun mal nicht leicht ist, eine Wahl für oder gegen eine Beziehung zu treffen. Das gilt umso mehr, je länger diese Verbindung schon besteht und je stärker die Bänder sind, die sie zusammenhalten oder -hielten:


Es macht einen Unterschied, ob Du seit drei Monaten mit jemandem zusammen bist oder seit 20 Jahren. Ob Ihr zusammen lebt. Ob Kinder beteiligt sind. Welche familiären, beruflichen oder finanziellen Verknüpfungen es gibt usw.


Akzeptiere, dass es keine banale Antwort gibt – auch, wenn das nicht bei jedem aus Deinem Umfeld auf Verständnis stößt.


Lass Dich nicht unter Druck setzen und sei geduldig mit Dir.


Ausnahme: Du leidest seelisch oder körperlich, weil Dir psychische oder physische Gewalt angetan wird – dann gibt es nur eine Option: raus aus dieser Verbindung, bei der man nicht von Partnerschaft sprechen kann!


​​Was hilft bei der Entscheidung 'Gehen oder bleiben'?


Wenn Du für Dich spürst, dass die Zeit für eine Entscheidung reifer wird, dann geht es in erster Linie darum, Klarheit zu finden.


Schaffe Ordnung in Dir


Hier sind ein paar Fragen, die Dir dabei helfen:

  • Was ist in und mit Eurer Beziehung geschehen? Warum haben sich die Dinge so entwickelt? Warum steht Ihr jetzt an diesem Punkt? Gibt es vergangene Ereignisse, die Eure Partnerschaft auf die Probe gestellt bzw. schlagartig aus der Bahn geworfen haben (z.B. Affären, Lügen, Vertrauensbrüche, tiefe Verletzungen)? Wie könnten diese aufgelöst werden? Seid Ihr beide bereit dazu?

  • Wie oft geht es Dir gut, wie oft geht es Dir schlecht in Deiner Beziehung bzw. im Beziehungsalltag? Hier kann ein knapp gehaltenes Stimmungs-Tagebuch helfen. Es reicht sogar, wenn Du jeden Abend einen Smileys für den Tag vergibst: positiv – neutral – negativ.

  • Wann bist Du nicht authentisch Deinem Partner und Dir selbst gegenüber? Wo bist Du nicht Du, wann und wie oft verbiegst Du Dich? Welche Bedürfnisse und Werte unterdrückst Du immer wieder, um eine vermeintliche Harmonie zu bewahren? Bei dieser Frage hilft Dir z.B. der Gratis-Test 'Trennung ja oder nein?', in dem ich Dir u.a. eine schnelle und einfache Methode zeige, wie Du Deine wichtigsten persönlichen Werte bestimmst: 👉Zum Gratis-Test

  • Was brauchst Du in Deiner Beziehung, wie und was willst Du in ihr leben? Und umgekehrt: was hat nichts in Deiner Partnerschaft verloren, was sind Deine No-gos?

  • Wenn Du Dir Dein Wunschleben und Deine Wunschbeziehung in 5 Jahren vorstellst: was siehst Du? Wie fühlst Du Dich? Wie gestaltet sich das Miteinander zwischen Deiner Partnerin / Deinem Partner und Dir? Antworten auf diese Fragen findest Du z.B. während einer Visionsreise auf meinem YouTube-Kanal, in der Du in Deine eigene Wunsch-Zukunft eintauchst. Hier kommst Du 👉zum Video 'Was will ich wirklich?' Wie hoch schätzt Du die Chance ein, dass diese Vision ... sagen wir mal 80% ... eintritt? Wie wahrscheinlich ist es in der jetzigen Konstellation, dass sich dieses Bild größtenteils verwirklicht? Wo deckt sich dieses Szenario mit der Vorstellung Deiner Partnerin / Deines Partners und wo nicht?



Austausch bringt Klarheit


Wenn Du Fragen wie die obigen ehrlich für Dich beantwortest, wirst Du Dir Schritt für Schritt klarer darüber, ob und wie es mit Deiner Beziehung weitergehen kann.


Und dann heißt es, sich darüber mit Deiner Partnerin / Deinem Partner auszutauschen, denn für eine gemeinsame Marschrichtung braucht es nun mal beide Beteiligten.


Meiner Erfahrung nach scheitert eine Beziehung früher oder später, wenn sich nur einer bewegt während sich der andere gegen jede Veränderung sperrt.


Nur wenn Ihr miteinander redet, wirst Du erkennen, ob Ihr auf einen ​einvernehmlichen Beziehungsnenner kommt und ob Ihr beide bereit seid, Euch zu bewegen, weiterzuentwickeln und an Eurer Krise zu wachsen.


Das hört sich anstrengend an?


Manchmal ist es das, ja. Wenn Du eine Beziehung suchst, die auf immer und ewig rosarot, von Schmetterlingstänzen begleitet und dabei auch noch von Dauer sein soll, dann klopf doch mal bei Walt Disney an. 😜


Herzliche Grüße aus dem Blauen Sessel

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